Antivirenprogramme – geht es auch ohne?

Geht es auch ohne Antivirenprogramme? Diese Frage reizt dazu, sie im Stil der Radio-Eriwan Witze aus DDR-Zeiten zu beantworten, “Im Prinzip ja, wenn Sie der Betreiber des Bot-Netzes sind.” Die Hersteller von Antivirenprogrammen sind sich einig, die Antwort ist Nein – verständlicherweise. Auf Blogs und ähnlichen Seiten findet man Kommentare von PC Nutzern, die sich damit brüsten, dass sie auch sensible Kundendaten auf völlig ungeschützten Rechnern verwalten – natürlich unter Pseudonym veröffentlicht.

 

„Einen Virenscanner braucht man erst, wenn man einen Virus hat“

Gegen die Ansicht spricht zum einen, dass Schadsoftware so geschrieben ist, dass sie sich möglichst unauffällig verhält und Sie deshalb meist lange Zeit nicht erkennen können, dass Sie eigentlich einen Virenscanner bräuchten. Zum anderen müssen Sie beim Download eines Virenscanners mit einem Viren verseuchten System davon ausgehen, dass die Schadsoftware auch diesen Vorgang manipuliert und können daher nicht mehr sicher sein, dass der heruntergeladene Virenscanner diese noch erkennt. Hier hilft dann nur noch, den Rechner von einem schreibgeschützten Medium zu booten, das einen (aktuellen) Virenscanner enthält. Solche DVDs sind gelegentlich als Beilage in Computerzeitschriften enthalten.

Virenscanner ja oder nein, eine Sache der Einstellung

Ob Sie einen Virenscanner brauchen, hängt nicht nur von Ihrer Einstellung zu den Gefahren des Internets, sondern auch von der Einstellung Ihres Web-Browsers und Ihrer Mail-Software ab. Wenn Sie auf die größtmögliche Bequemlichkeit beim Surfen und Lesen von Mails verzichten können und möglichst alle aktiven Inhalte blockieren, und wenn Sie sich ausschließlich auf sicheren Seiten, wie zum Beispiel dem Home-Banking Angebot ihrer Bank bewegen und auch E-Mails nur öffnen, wenn Sie den Absender kennen und das Subject nicht verdächtig ist, dann besteht wenig Gefahr, dass Sie auf einen Virus treffen, der sich auf Ihrem System einnisten kann. Die Gefahr, von einer Schadsoftware befallen zu werden hängt auch stark davon ab, welches Betriebssystem Sie verwenden, aber auch das ist eine Frage der Einstellung. Schließlich bieten auch Virenscanner keinen absoluten Schutz, denn sie können nur solche Viren erkennen und unschädlich machen, die sie bereits kennen. Und da Viren und Trojaner ständig verändert werden, um den Virenscannern zu entgehen, ergibt sich hier ein Wettlauf bei dem die Viren immer ein Stückchen voraus sind.

Virenscanner und Rechenleistung

Im Internet finden sich Behauptungen von Virenscanner-Gegnern, ein Virenscanner würde einen großen Teil der Rechenleistung eines PCs verbrauchen. Teilweise steht dann im selben Kommentar, dass es dem Schreiber egal wäre, wenn sein Rechner – und damit seine Rechenleistung – durch Viren oder Trojaner für DDoS-Attacken missbraucht würde. Natürlich braucht ein Virenscanner im Echtzeit-Modus Rechenleistung, wie jedes Programm, das permanent laufen soll. Wie viel das ist hängt aber vom verwendeten Virenscanner ab und es gibt Scanner, die den PC nicht merklich belasten, Wenn Sie also sicher sein wollen, dass Sie Ihren PC nur für Ihre Zwecke nutzen und ihn nicht unentgeltlich anderen zur Verfügung stellen wollen, dann ist der beste Weg eine kombinierte Strategie aus Information über die aktuellen Gefahren, Ausschalten nicht benutzter Features und Erweiterungen und der Verwendung eines Virenscanners.

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